FAQ: Inhalt und Struktur

Was ist mit „Jugend- und Alltagskulturen“ gemeint?

Das Programm „Künste öffnen Welten“ verfolgt einen weiten Kunst- und Kulturbegriff, der nicht nur die „klassischen“ Kunstsparten umfasst. Weitere Kulturpraktiken und kulturelle Ausdrucksformen können daher in die Projekte einbezogen werden. Dazu zählen alltägliche kulturelle Aktivitäten oder Jugendkulturen wie beispielsweise Hip-Hop, Streetart oder Cheerleading.

Inwieweit können wir kultur-, medien- und spielpädagogische Angebote mit anderen Angeboten, z. B. sozial- und erlebnispädagogischen Ansätzen kombinieren? Wie kann das geschehen?

Eine Kombination von verschiedenen pädagogischen Angeboten ist möglich und kann je nach Projektkonzept sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch, dass im Schwerpunkt mit kultur-, medien- und spielpädagogischen Angeboten gearbeitet wird. Zur Unterstützung des Prozesses in der Gruppe können beispielsweise erlebnispädagogische Elemente bei längeren Arbeitsphasen wie Workshop-Tagen eine gute Ergänzung darstellen. Auch hat sich ein Zusammenspiel unterschiedlicher Fachkräfte bewährt, zum Beispiel, wenn die Projekte durch Sozialpädagog*innen begleitet werden.

Worauf müssen wir achten, damit Angebote/Konzepte niedrigschwellig sind?

Da sich die Angebote an Kinder und Jugendliche wenden, die bislang keinen oder wenig Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten hatten, sollten Hürden, die einen Zugang erschweren könnten, erkannt und abgebaut werden: Ist die (An-)Sprache nicht verständlich, verschreckt der Ort aufgrund seiner Bauweise, seines Habitus oder seines Standortes, haben die Themen nichts mit den Lebenswelten zu tun, setzt die Methodik zu viel Vorwissen und Erfahrung voraus, ist die Projektdauer zu lang, ist der Kulturbegriff zu eurozentristisch oder sind die anleitenden Personen nicht geübt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die in familiären Risikolagen aufwachsen …?

Welche Methoden sind wichtig und wie können sie beschrieben werden?

Es geht einerseits darum, dass Sie aufzeigen, dass Sie im Bündnis über das kulturpädagogische Know-How verfügen, den Bildungsprozess zu gestalten, und dass das kreative Angebot anregend ist bzw. dem Alter und den Interessen der Teilnehmer*innen entspricht. Diese Kompetenzen und Erfahrungen müssen durch mindestens einen Bündnispartner eingebracht werden und natürlich auch durch die Honorarkräfte gewährleistet sein. Dabei geht es in erster Linie darum, dass Sie Methoden aus der Kulturellen Bildung – in Bezug auf die von Ihnen genutzten Sparten – benennen und beschreiben können, warum Sie diese gezielt einsetzen. Überlegen Sie also, wie sich der Ablauf des Projektes bzw. einzelner Einheiten gestalten soll, wie Gruppenphasen und Einzelarbeit wechseln, welche Techniken Sie wie vermitteln möchten, welche künstlerischen Mittel Sie einsetzen wollen etc.

Was bedeutet es ein Angebot „partizipativ“ zu gestalten?

In unseren Förderkriterien steht, dass die Angebote im Rahmen von „Künste öffnen Welten“ partizipativ gestaltet werden müssen. Dies bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen in den gesamten Prozess einbezogen werden. Das heißt z. B., dass sie die Inhalte und den Ablauf des Projektes stark mitbestimmen und/oder dass sie selbst entscheiden können, was am Ende des Projektes präsentiert werden wird oder was nicht. Schön ist es, wenn die Teilnehmer*innen eines Projektes aus verschiedenen Kunstformen bzw. Ausdrucksformen wählen können, und notwendig ist es, dass für sie Raum besteht, eigene Themen und Ideen einzubringen. Partizipation heißt, dass es Raum und Zeit braucht für Austausch, Diskussion und Gestaltung.

Was ist der Kompetenznachweis Kultur (KNK)?

Der Kompetenznachweis Kultur ist ein Bildungspass. Er wird an Jugendliche ab 12 Jahren vergeben, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Mithilfe dieses Instruments können sie ihre personalen, sozialen, und methodischen Kompetenzen individuell und strukturiert reflektieren und dokumentieren. Er ist ein schriftlicher Nachweis darüber, welche individuellen Kompetenzen sie in dem Kulturprojekt gezeigt und weiterentwickelt haben (mehr unter www.kompetenznachweiskultur.de). Nur ausgebildete KNK-Berater*innen können den Bildungspass vergeben. Er wird im Rahmen der Förderung mit 240 Euro pro ausgestelltem Nachweis finanziert.

Integrierte digitale Angebote

Nicht alle Veranstaltungen eines Projektes müssen in Präsenzform erfolgen, sondern es können auch alternative – digitale – Formate genutzt werden, wenn diese sich schlüssig in das Konzept einbetten. Dafür kommen zum Beispiel klassisches eLearning, digitale Vernetzungsformate und begleitete Tutorials/Arbeitsphasen infrage. Sofern sinnvoll und möglich können auch Videokonferenzen durchgeführt werden.

Auch wenn sich der Ablauf in digitalen Formaten im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen verändert, ist es wichtig, dass diese Angebote kulturpädagogisch ausgerichtet sind und begleitet werden. Es geht um interaktive, also auf Austausch orientierte Formate. Wichtig bleibt also, dass deutlich eine „pädagogische Rahmung“ erkennbar ist, also die Teilnehmer*innen nicht einfach nur irgendwas im Internet machen, sondern sie eine Ansprechperson haben, die die Inhalte aufbereitet und zur Verfügung stellt sowie für Rückfragen und Reflexionen zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass es in der Durchführung – auch je Angebotstag – klare Phasen der Anleitung (Handlungsimpuls mit Erläuterung), des selbstständigen Arbeitens der Teilnehmer*innen, des Austauschs unter Teilnehmer*innen und des Feedbacks auf den Prozess und die (Zwischen-)Ergebnisse durch die Dozent*innen gibt. Es wird nicht erwartet, dass die Dozent*innen die ganze Zeit „anwesend“ sind. Sie können beispielsweise konkrete Zeitfenster benennen, in denen sie erreichbar sind.

Ausgangspunkt für die Teilnahme sollen jene Kinder und Jugendlichen sein, die Sie auch in ihren Präsenzveranstaltungen ansprechen bzw. erreichen und die von Diskriminierung und Risikolagen betroffen sind. Das ist mit Blick auf die die sozialräumliche Perspektive wichtig. Geschwister oder Freunde können zusätzlich teilnehmen. Es ist aber auch denkbar, dass sich der Kreis hinsichtlich „Raum“, „Alter“ oder „Risikolage/Nicht-Risikolage“ erweitert. Solange der Schwerpunkt der Teilnehmer*innen im ursprünglichen Sozialraum (Präsenzveranstaltungen) liegt, ist auch das nachvollziehbar.

Bitte beachten Sie, dass die Angebote den Interessen und (auch technischen) Möglichkeiten der durch Sie adressierten Teilnehmer*innen entspricht. Beziehen Sie diese, z.B. im Rahmen eines Schnupperangebotes oder erster Präsenzveranstaltungen, in die Planungen ein.

Um diese Formate gut abrechnen zu können, beachten Sie bitte:

  • Die Durchführungsdauer ist weiter durch die Formate 1,5 Stunden (Kursnachmittag), drei Stunden (Doppelkursnachmittag) bzw. sechs Stunden (Wochenend-/Ferienworkshoptag) definiert. Diese Zeit sollte das Angebot jeweils die Kinder und Jugendlichen mobilisieren.
  • Für digitale Angebote können keine Verpflegungspauschalen abgerechnet werden, ansonsten gelten aber die gleichen Abrechnungswerte wie für Präsenzveranstaltungen. Die Festbeträge reduzieren sich um die Verpflegungspauschalen und entsprechen daher 7/8 der ansonsten gültigen Festbeträge.
  • Auch für digitale Veranstaltungen ist ein Teilnahme-Nachweis pro Angebotstag zu führen. Obligatorisch ist die Teilnahme-Liste, für welche beispielsweise die Honorarkraft Verantwortung übernimmt. Näheres hier.

Was genau soll in den Modulen geschehen?

Die Module sind die Projektbausteine, das heißt die durch die BKJ geförderten Angebotsformate, aus denen sich das Projekt zusammensetzt. Als Kernmodule gelten Nachmittagskurse und Wochenend-/Ferienworkshops. Nachmittagskurse finden in der Regel wöchentlich statt und haben einen Umfang von mindestens anderthalb Stunden (Doppeltermine sind möglich). Wochenend- und Ferienworkshops können eintägig oder mehrtägig stattfinden und haben einen Umfang von mindestens sechs Stunden täglich.

Ein Projektvorhaben soll den Kindern und Jugendlichen innerhalb dieser Module verschiedene Angebote unterbreiten, welche sie nachhaltig in ihrer Bildungsbiografie unterstützen, z. B.:

  • ein regelmäßiges bzw. vertiefendes künstlerisch-kreatives Angebot,
  • der Besuch von Kultureinrichtungen und -veranstaltungen,
  • die Erkundung der Kulturangebote im näheren Umfeld,
  • die Begegnungen mit Menschen, die sich in der Regel außerhalb ihrer jeweiligen Lebenswelt bewegen,
  • die öffentliche Präsentation.

Diese unterschiedlichen Inhalte können Teil der Nachmittagskurse und Wochenend-/Ferienworkshops sein.

Zusätzlich können Schnupperangebote durchgeführt werden. Schnupperangebote dienen am Beginn eines Projektes oder einer Projektphase der praktischen Vorstellung des Projektes, um neue Teilnehmer*innen zu werben. Sie können daher ausnahmsweise auch im Rahmen der Unterrichts- oder Kitakernzeit in Kindertagesstätten durchgeführt werden.

Es besteht zudem die Möglichkeit, zur Stärkenreflexion an einzelne Teilnehmer*innen ab 12 Jahren den Kompentenznachweis Kultur (KNK) zu vergeben. Dies muss duch zertifizierte Berater*innen geschehen. Weitere Informationen unter www.kompetenznachweiskultur.de.

Keines der Module darf in der verpflichtenden Schulzeit stattfinden. Die einzige Ausnahme ist das Schnupperangebot, für das besondere Vorgaben gelten. Projekte mit Kindertagesstätten sind zeitlich begrenzt:

Die Module dienen als Grundlage für die Kalkulation. Bitte beachten Sie dazu die finanziellen Hinweise.

 

 

Besteht die Möglichkeit, einzelne Module auch im Ausland durchzuführen?

Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, Module im Ausland durchzuführen, wenn diese schlüssig ins Gesamtkonzept integriert sind und das Gebot der sparsamen und wirtschaftlichen Mittelverwendung beachtet wird. Hierfür bieten sich z. B. Workshops an. Im Ausland ansässige Einrichtungen können jedoch nicht Bündnispartner sein, und Kinder und Jugendliche, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, können nicht gefördert werden. Die generell geltenden festen Beträge für die Ausgaben sind auch hierfür gültig.