FAQ: Teilnehmer*innen

Was passiert, wenn ich weniger als die beantragte Anzahl an Teilnehmer*innen erreiche?

Die Anzahl der Teilnehmer*innen ist nicht nur relevant für den Projekterfolg, sondern ist auch Grundlage der Projektfinanzierung. Das heißt, dass die Förderhöchstgrenze aufgrund der festen Beträge entsprechend der beim Angebot erschienenen und dokumentierten Teilnehmer*innen berechnet werden. Neben dem finanziellen Aspekt kann eine Reduktion der teilnehmenden Kinder oder Jugendlichen Auswirkungen auf die Durchführung haben. Daher bitten wir Sie, sich bei der Geschäftsstelle der BKJ zu melden, sobald Sie relevante Abweichungen von der Planung und Kalkulation wahrnehmen. Wir werden dann gemeinsam mit Ihnen überlegen, wie Sie auf die Gegebenheiten reagieren können. Die finanziellen Auswirkungen einer reduzierten Teilnehmer*innen-Zahl finden Sie hier: Finanzierungshinweise, Punkt 3 – Koppelung der Förderung an die festen Beträge.

Dürfen Jugendliche und andere Menschen, die älter als 18 Jahre sind (Eltern, Geschwister, Peers…), an Projekten/Veranstaltungen teilnehmen?

Die Angebote richten sich an eine Kerngruppe von Kindern im Vorschulalter (ca. 5 Jahre) bis hin zu Jugendlichen, die maximal 18 Jahre alt sind. Auch jüngere Kinder werden als Teilnehmer*in gezählt, wenn sie mind. 3 Jahre alt sind. Dies sind die Teilnehmer*innen (von 3 bis 18 Jahren), für die Sie die Förderung über die festen Beträge erhalten. Jugendliche, die älter als 18 Jahre sind, können im Einzelfall an den Projekten bzw. Veranstaltungen teilnehmen. Ebenso können, wenn es konzeptionell begründet ist, Eltern, Großeltern, Geschwister, Peers etc. an einzelnen Angeboten teilnehmen. Diese zusätzlichen Personengruppen sind, wie auch die Jugendlichen ab ihrem 19. Geburtstag, nicht mehr förderfähig. Sprich: Es können keine festen Beträge für sie gezahlt werden. Jedoch können ihre „Verbrauchskosten“ abgerechnet werden – das bedeutet, die Kosten für Verpflegung- und Fahrtkosten oder Eintrittskarten etc., die während der Angebote anfallen. Sie werden aus den Geldern bestritten, die Sie als feste Beträge für die förderfähigen Teilnehmer*innen erhalten.

Wie beschreibe ich die Zugänge zu der Zielgruppe?

Es ist wichtig, dass Sie darstellen können wie Sie die Teilnehmer*innen aus Ihrem Projekt erreichen. Dabei geht es darum, dass Sie konkrete Zugänge zu der Zielgruppe aufzeigen können bzw. ein schlüssiges Konzept der Ansprache entwickeln. Diese Zugänge können z. B. gegeben sein durch Bündnispartner (Jugendclub, Schule in einem bestimmten Sozialraum), durch Schnupperangebote oder dadurch, dass Ihr Angebot aufsuchend ist, d. h. dorthin geht, wo die Kinder und Jugendlichen sind.

Wie erfolgt der Nachweis über die Situation der Teilnehmer*innen?

Es ist kein individueller, das heißt personenbezogener, Nachweis notwendig und gewünscht. Risikolagen können z. B. über sozialräumliche Daten der Kommune bzw. des Bezirkes beschrieben werden. Dazu können beispielsweise Übergangsquoten auf weiterführende Schulen, Anteil der ALG II Empfänger*innen und Arbeitssuchenden, Anteil von Alleinerziehenden etc. dargestellt werden. Ergebnisse der letzten statistischen Erhebungen sind z. B. unter www.bildungsmonitoring.de bzw. www.zensus2011.de zusammengefasst und können als Erläuterungen herangezogen werden.

In Regionen, in denen diese Daten die Risikolagen weniger belegen, sollten andere Darstellungen eingebracht werden. Das geht beispielsweise über die Daten von Kooperationspartnern (z. B. Anteil an von der Lernmittelzahlung befreiten Schüler*innen einer Schule) oder auch über die Zusammenarbeit mit bestimmten Partnern und deren Nutzer*innen-Struktur, z. B. Schulsozialarbeit, Jugendzentren.

 

Bitte beachten Sie, wenn Sie zusätzlich folgende Teilnehmer*innen einbinden:

  • Bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen kann ohne weiteren Nachweis von einer Risikolage ausgegangen werden. Bitte stellen Sie aber auch hier dar, wie Sie die Geflüchteten erreichen möchten und wie Sie Begegnungen mit anderen Kindern und Jugendlichen ermöglichen möchten. Bitte beschreiben Sie bei den nicht-geflüchteten Kindern und Jugendlichen bitte die familiären Hintergründe und Risikolagen im Umfeld.
  • Projekte, die in gemischten Gruppen auch mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen arbeiten, sind ausdrücklich erwünscht. Wenn Sie dafür bspw. eine Kooperation mit einer Förderschule eingehen, braucht die Risikolage hier nicht gesondert beschrieben werden. Eine Beschreibung für alle weiteren Teilnehmer*innen ist aber notwendig.

 

Was ist mit „familiäre Risikolagen“ gemeint?

Familiäre Risikolagen sind in den letzten Bildungsberichten („Bildung in Deutschland“) beschrieben. Sie sind für Kinder und Jugendliche dann gegeben, wenn ihre Eltern einen formal geringen Abschluss haben, wenn sie von Arbeitslosigkeit betroffen sind und/oder sich die Familie in einer finanziellen Notlage befindet, weil sie z. B. auf Transferleistungen angewiesen ist oder an der Armutsgrenze lebt. Im Schwerpunkt sollen in den Projekten von „Künste öffnen Welten“ Kinder und Jugendliche erreicht werden, die unter diesen erschwerten Bedingungen aufwachsen. Zusätzlich können auch diejenigen Kinder und Jugendlichen angesprochen werden, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografie oder in ländlichen Räumen sind nicht per se von „familiären Risikolagen“ betroffen. Bei Kindern und Jugendlichen, die Fluchterfahrung haben, gehen wir aufgrund ihrer Lebenssituation in Deutschland jedoch davon aus.

Generell gilt bei der Projektgestaltung aber, dass keine Kinder und Jugendlichen ausgeschlossen werden und daher die Projekte auch Kindern und Jugendlichen zugänglich sein sollen, die nicht in Risikolagen aufwachsen. Dies ist im Sinne nicht-stigmatisierender und begegnungsoffener Arbeit auch wichtig. Eine heterogene, also vielfältig zusammengesetzte Gruppe ist beispielsweise im Sinne erfolgreicher inklusiver und diversitätsbewusster Ansätze unbestritten sinnvoll. Beachten Sie dabei folgende Bedingung: Der Schwerpunkt auf dem Erreichen von Kindern und Jugendlichen in Risikolagen ist Förderkriterium und dann gewahrt, wenn mind. die Hälfte der Beteiligten dieser Gruppe angehört.

Gelten ländliche Räume aufgrund ihrer infrastrukturellen Lage per se als benachteiligt?

Nein. Ländliche Räume gelten zwar als strukturschwach und zumeist gibt es weniger Angebote und Zugänge zu Kultureller Bildung – ganz unabhängig vom familiären Umfeld. Jedoch begründet dies keine Risikolage der Kinder und Jugendlichen im genannten Sinne. Insofern besteht auch bei Projekten in ländlichen Räumen die Aufgabe, junge Menschen, die in familiären Risikolagen aufwachsen, anzusprechen. Dies kann beispielsweise durch Bündnispartner gesichert werden, die Zugänge zu diesen Kindern und Jugendlichen haben.