Was ist mit „familiäre Risikolagen“ gemeint?

Familiäre Risikolagen sind in den letzten Bildungsberichten („Bildung in Deutschland“) beschrieben. Sie sind für Kinder und Jugendliche dann gegeben, wenn ihre Eltern einen formal geringen Abschluss haben, wenn sie von Arbeitslosigkeit betroffen sind und/oder sich die Familie in einer finanziellen Notlage befindet, weil sie z. B. auf Transferleistungen angewiesen ist oder an der Armutsgrenze lebt. Im Schwerpunkt sollen in den Projekten von „Künste öffnen Welten“ Kinder und Jugendliche erreicht werden, die unter diesen erschwerten Bedingungen aufwachsen. Zusätzlich können auch diejenigen Kinder und Jugendlichen angesprochen werden, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Kinder und Jugendliche mit Migrationsbiografie oder in ländlichen Räumen sind nicht per se von „familiären Risikolagen“ betroffen. Bei Kindern und Jugendlichen, die Fluchterfahrung haben, gehen wir aufgrund ihrer Lebenssituation in Deutschland jedoch davon aus.

Generell gilt bei der Projektgestaltung aber, dass keine Kinder und Jugendlichen ausgeschlossen werden und daher die Projekte auch Kindern und Jugendlichen zugänglich sein sollen, die nicht in Risikolagen aufwachsen. Dies ist im Sinne nicht-stigmatisierender und begegnungsoffener Arbeit auch wichtig. Eine heterogene, also vielfältig zusammengesetzte Gruppe ist beispielsweise im Sinne erfolgreicher inklusiver und diversitätsbewusster Ansätze unbestritten sinnvoll. Beachten Sie dabei folgende Bedingung: Der Schwerpunkt auf dem Erreichen von Kindern und Jugendlichen in Risikolagen ist Förderkriterium und dann gewahrt, wenn mind. die Hälfte der Beteiligten dieser Gruppe angehört.