Projektbeispiel: Wohlfahrtsverband 1

Bündnispartner

Partner 1: Arbeiterwohlfahrt (AWO)-Familienzentrum
Partner 2: Literaturhaus XYZ
Partner 3: Stadtbibliothek

 

Ort: Mittelstadt | Sparte: Literatur/Kreatives Schreiben | Konzeptionell eingebunden: Elternarbeit

 

Kurze Projektbeschreibung

In der mittelgroßen Stadt XYZ wollen wir eine Schreibwerkstatt für Jugendliche* im Alter von neun bis 13 Jahren einrichten. In der Stadt gibt es eine hohe Arbeitslosenquote und wenig Ausbildungsmöglichkeiten. Das Stadtbild ist von einer großen Vielfalt geprägt. Die Abwanderung in den jüngeren Generationen ist groß. In den Räumen des AWO- Familienzentrums, das im Zentrum der Stadt liegt, soll es eine wöchentliche Schreibwerkstatt zum Thema „Ich – Du – Wir“ geben. Das Familienzentrum spricht die Besucher*innen (Jugendliche* und ihre Eltern) an. Mehrheitlich sind dies Menschen mit diversen kulturellen Hintergründen und unterschiedlichen Muttersprachen. Die Angebote starten mit der Ansprache der Jugendlichen*, im späteren Verlauf werden die Eltern dazu geladen. Die wöchentlichen Kurse führt ein*e Sozialpädagog*in des AWO-Zentrums mit einer Fachkraft* des Literaturhauses durch. Hierbei ist das Familienzentrum für die soziale und pädagogische Betreuung zuständig, während das Literaturhaus die künstlerische Durchführung verantwortet. Die Sozialpädagog*innen haben dabei ein besonderes Augenmerk auf die individuellen Entwicklungen der Teilnehmer*innen und reflektieren diese in Gesprächen mit den Teilnehmer*innen und bei Bedarf auch mit den Eltern. Die Schreibpädagog*innen bringen den Teilnehmer*innen unterschiedliche Methoden des Kreativen Schreibens näher. Die Teilnehmer*innen können Vorschläge für die kommenden Treffen machen, der Ablauf wird gemeinsam geplant. Neben dem Ausprobieren von Techniken wie Collagen, experimentellem und dem assoziativen Schreiben haben die Jugendlichen* auch die Möglichkeit, Texte anderer Autor*innen zu entdecken. Dazu besuchen wir mehrmals die Stadtbibliothek, die uns mit einer Führung durch ihre Räume empfängt und Bücher und Autor*innen vorstellt. Ein weiteres Mal besuchen wir eine Lesung, die dort stattfindet. Gleichzeitig bekommen die Jugendlichen* die Möglichkeit, Bücher auszuleihen. Ab der zweiten Hälfte des Projekts planen wir einzelne Workshop-Tage am Wochenende, zu denen die (Groß-)Eltern der Teilnehmer*innen eingeladen sind, wobei das Familienzentrum neben den Jugendlichen* selber die entscheidende Rolle bei der Ansprache hat. In der Zusammenarbeit mit den Eltern sollen die unterschiedlichen Herkünfte, Kulturen und Sprachen in ihrer Vielfalt gewürdigt werden. Gemeinsam mit ihren Kindern beschreiben die Eltern mithilfe von Schreibspielen ihre Geschichte und ihre Herkunftskultur, aber auch das Heute und das, was kommen kann – in welcher Sprache sie das tun, können sie selber wählen. Die Texte werden dann in der Gruppe vorgelesen und ggf. spontan übersetzt.

Stets steht der respektvolle und wohlwollende Austausch über die Texte im Zentrum. Es geht darum, was aufgefallen ist, was überrascht hat, wie das eigene Schreiben angeregt werden kann und wie sich dieselbe Geschichte in unterschiedlichen Sprachen anhören kann. Den Abschluss des Projektes bilden zwei öffentliche Lesungen der selbstgeschriebenen Geschichten in der Bibliothek und dem Literaturhaus.

 

Zusammenarbeit und Aufgaben im Bündnis

Das AWO-Familienzentrum hat viel Erfahrung in der Beratung und Begleitung von Kindern und ihren Eltern. Neben der Ansprache wird ein*e Sozialpädagog*in des Familienzentrums zusammen mit einer Fachkraft* des Literaturhauses die Werkstatt betreuen und kontinuierlich den Ablauf besprechen. Das Literaturhaus bietet offene Werkstätten zum Kreativen Schreiben und Lesungen bei sich im Haus an. Mit diesem Projekt in Kooperation mit der AWO möchte es Kinder und Jugendliche* erreichen, die keinen selbstverständlichen Zugang zur Literatur und den entsprechenden Orten und Angeboten haben. Es ist verantwortlich für die künstlerische Durchführung der Kurse und Workshops. Die beiden Partner reflektieren kontinuierlich den Ablauf und individuelle Entwicklungen der Teilnehmer*innen. Die Stadtbibliothek engagiert sich in der Leseförderung und hat eine gut ausgestattete Abteilung für Jugendliteratur. Sie fungiert als Antragssteller und sorgt für die finanzielle Administration. Zudem können hier Teile der Angebote durchgeführt werden, es wird ein Raum für die Präsentation geboten und fachliche Beratung und Begleitung ermöglicht.