Projektbeispiel: Wohlfahrtsverband 2

Bündnispartner

Partner 1: Arbeiterwohlfahrt (AWO)-Stadtteiltreff
Partner 2: Unterkunft für Geflüchtete
Partner 3: Theaterverein XYZ

 

Ort: Mittelstadt | Sparte: Theater | Konzeptionell eingebunden: Kulturelle Begegnung

 

Kurze Projektbeschreibung

Die drei Partner bieten Kindern zwischen neun und elf Jahren, die zum Teil in Deutschland aufgewachsen und zum Teil vor kurzem aus anderen Ländern hierher geflüchtet sind, einen kreativen Freiraum, wo sie sich jenseits von Vorgaben und Leistungserwartungen ausdrücken können. Immer wieder sind die Kinder, ob in einer Unterkunft oder in der Schule, Drucksituationen ausgesetzt. Im Projekt sollen sie ihre Potentiale selbstbestimmt und frei entfalten können. Im Rahmen der Entwicklung eines Theaterstücks sollen sie spielerisch Möglichkeiten ihrer eigenen Präsenz ausprobieren oder auch in andere Rollen schlüpfen können. Angesprochen werden die Kinder u.a. in der Unterkunft wie auch im Stadtteiltreff, entweder direkt oder auch über deren Eltern. Je nach Notwendigkeit, unterstützt die Unterkunft zu Beginn das Projektes durch die Bereitstellung eine*r Dolmetscher*in. Die Eltern können die Kinder begleiten, was insbesondere bei den geflüchteten Kindern wichtig sein kann. Diese begleitenden Eltern werden, je nach Bereitschaft und Wunsch, mit in die Probenarbeit und als Unterstützer*innen eingebunden. Durch den AWO-Stadtteiltreff steht ein*e Sozialpädagog*in den kursleitenden Theaterpädagog*innen regelmäßig und nach Bedarf zu Seite. Das Thema soll so weit wie möglich von den Kindern selber entwickelt werden. Anhand der Auseinandersetzung mit Objekten werden die Kinder aufgefordert, in Gesprächen, aber auch durch andere Formen wie Malen oder Schreiben, ihre Assoziationen und Interessen dazu verbal oder auch non-verbal zu formulieren. Das Thema soll die Lebenswelten der Kinder aufgreifen, es wird ein ergebnisoffener Prozess verfolgt. Parallel zu diesem Themenfindungsprozess werden erste Bewegungs- und Tanz- sowie Improvisationsübungen gemacht, die nach der Themenfindung und der ersten Entwicklung des Stückes in Probenarbeit übergehen. Dabei wird auf die sprachlichen Möglichkeiten und auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder Rücksicht genommen. Es kann in verschiedenen Sprachen gesprochen werden oder auch rein körperlicher Ausdruck möglich sein etc. Diese Kurse, die wöchentlich nach der Schule in den Räumen des AWO-Stadtteiltreffs angeboten werden, werden flankiert von einem Besuch in einem Kindertheater mit einer Führung hinter den Kulissen. Nach einer intensiven Probenphase in Form eines Wochenendworkshops mit Übernachtung wird das Stück bzw. werden die Ergebnisse der Arbeit vorgeführt.

 

Zusammenarbeit und Aufgaben im Bündnis

Der AWO-Stadtteiltreff ist Anlaufstelle für Kinder und deren Familien in der Umgebung und ist daher geeignet für die Ansprache der Familien und die Elternarbeit. Durch seine räumlichen Möglichkeiten kann er zudem einen Kurs- und Probenort bieten, der den Familien bereits bekannt ist und der dadurch einen leichten Zugang ermöglicht. Die Unterkunft für Geflüchtete ist sehr engagiert in der Vernetzung der Einrichtung mit anderen Initiativen, um ihren Bewohner*innen einen leichteren Zugang zu ihrer Nachbarschaft zu schaffen. So gibt es auch bereits eine Kooperation mit dem AWO-Stadtteiltreff hinsichtlich kleinerer Angebote wie Deutschkurse oder Nähen. Damit ist der Ort auch für die Menschen in der Unterkunft bereits eingeführt. Der Theaterverein ist geübt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen* unterschiedlicher Hintergründe und kann dadurch geeignetes Personal ansprechen und einsetzen. Das Angebot wird von den drei Partnern gemeinsam entwickelt, jeder bringt seine Kompetenzen und Möglichkeiten ein. Es finden nach Bedarf Treffen mit allen Partnern statt, ansonsten erfolgt aufgrund begrenzter zeitlicher Möglichkeiten viel Kommunikation über Mail und Telefon.