Projektbeispiel: Politische Bildung 2

Projektbeispiel: Politische Bildung 2

Partner 1: Bildungsstätte XYZ

Partner 2: Freizeittreff XYZ

Partner 3: Stadtarchiv XYZ

 

Kurze Projektbeschreibung

Mit dem Projekt sollen circa 24 Kinder und Jugendliche* zwischen 12-15 Jahren aus der Kleinstadt XYZ und ihrer ländlichen Umgebung für eine zehntägige Ferienfreizeit gewonnen werden. Die Region ist stark von Arbeitslosigkeit geprägt; viele Elternteile leben alleinerziehend. Ziel ist es, dass die Jugendlichen* sich durch Erkundungen von Orten auf den Dörfern und in der Stadt, Recherchen und den Einsatz von Fotoapparat und Videokamera mit den Themen Kultur und Transkultur auseinandersetzen. Angesprochen werden Interessierte vor allem über den Freizeittreff, der am Rande der Kleinstadt liegt und in dem viele Kinder und Jugendliche* ihre Nachmittage verbringen. Auch die Bildungsstätte, die 15 Minuten außerhalb der Stadt liegt, geht gezielt auf einige zu. Es werden Kinder und Jugendliche* mit und ohne Migrationserfahrung angesprochen. In Ortserkundungen sollen anhand eines Videowalks Orte und Einrichtungen betrachtet werden, an denen sich die Stadt- oder Dorfkultur durch Migration verändert hat. Es soll den Fragen nachgegangen werden, wie Einwanderung unsere Stadt und Dörfer geprägt hat, wie sich die Kulturen gegenseitig beeinflussen und wo Überschneidungen erkennbar sind. Mit der Auseinandersetzung wollen wir zum einen Angst vor Veränderung und Unbekanntem abbauen und gleichzeitig die Jugendlichen* darin bestärken, Unsicherheiten und Fragen auszusprechen und sich kreativ mit ihnen auseinanderzusetzen. Vor der ersten Erkundung wird das Format Videowalk vorgestellt und kann in kleinen Experimenten mit der Handykamera ausprobiert werden. Danach beginnen die Spaziergänge, für die sich die Gruppe in mehrere Kleingruppen aufteilt. Sie ziehen durch die Umgebung und zu verschiedenen Einrichtungen wie dem Schulgebäude, dem Freizeittreff und Plätzen. Auch die umliegenden Dörfer, in denen viele der Kinder und Jugendlichen* leben, werden erkundet. Da die Anfahrt dorthin in der Regel mit dem Bus erfolgt, finden diese Spaziergänge in der gesamten Gruppe statt. An den jeweiligen Orten sprechen die Teilnehmer*innen über die individuelle Bedeutung dieser Orte für sie selbst und versuchen herauszufinden, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Dazu kann mit z.B. Anwohner*innen geredet oder auch in Archiven und im Internet recherchiert werden. Unter Anleitung von Medien- und Theaterpädagog*innen wird aus den gesammelten Materialien das Drehbuch für den Videowalk erstellt und mit den Tablets und Handykameras der Kinder und Jugendlichen* gedreht. Ziel ist es, alle Elemente und Inhalte durch die Teilnehmer*innen selbst entwickeln zu lassen. Die Bearbeitung erfolgt zum Schluss in der Bildungsstätte, so dass eine Folge von Videowalks der verschiedenen Kleingruppen entsteht. Bevor die einzelnen Gruppen zu ihren Erkundungen aufbrechen, wird als Ritual gemeinsam gegessen. Je nach zeitlichen Möglichkeiten wird auch mit der Unterstützung von Ehrenamtlichen gekocht. Dabei wird auch ein Raum geschaffen für Austausch über das Projekt oder auch ganz andere Dinge, die die Kinder und Jugendlichen* beschäftigen.

Die künstlerischen Angebote werden von Fachkräften*, die sowohl über den Freizeittreff als auch über die Bildungsstätte vermittelt werden, begleitet, bei den Erkundungen unterstützen Ehrenamtliche* oder auch Eltern und begleiten die Kleingruppen, während die Fachkräfte* rotierend die Gruppen von Kurs zu Kurs wechseln. Am Ende gibt es ein Abschlussfest im Freizeittreff, zu dem Teilnehmer*innen ihren Familien und Freunde bei selbstgemachten Snacks die Videowalks präsentieren.

 

Zusammenarbeit und Aufgaben im Bündnis

Die Bildungsstätte hat jahrelange Erfahrung in der Durchführung und Beherbergung von pädagogischen Projekten für Kinder und Jugendliche*. Die Mitarbeiter*innen finden daher leicht Zugang zu den Teilnehmer*innen. Die Bildungsstätte verfügt über eine gute Ausstattung mit Materialien und bietet Aufenthalts- und Arbeitsräume. Vereinzelt spricht auch sie potenzielle Teilnehmer*innen an. Der Freizeittreff als soziokulturelles Zentrum hat ebenfalls Erfahrung in der Projektdurchführung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen*, wobei die Verortung in deren Lebenswelt ein wesentliches Kriterium ist. Die Besucher*innen kommen aus der Umgebung und leben häufig in schwierigen sozialen Lagen. Die Mitarbeiter*innen sind geschult darin, individuell auf die Problemlagen und Anforderungen von Kindern und Jugendlichen* einzugehen. Der Freizeittreff spricht die Kinder und Jugendlichen* an und wirbt für das Projekt. Das Stadtarchiv öffnet seine Türen und damit die Türen zu einer greifbaren Vergangenheit des Ortes – durch Bilder, Bücher, Dokumente. Es vermittelt den Kindern und Jugendlichen*, wie Informationen außerhalb der digitalen Welt gefunden werden können. Dabei wird es in pädagogischer Hinsicht von den Fachkräften* unterstützt. Insbesondere die Bildungsstätte als auch der Freizeittreff stehen in einem engen Austausch, da sie gemeinsam für die gesamte Durchführung verantwortlich sind. Absprachen zwischen allen Partnern finden zu Beginn und Ende der Projektphasen und für die terminlichen Vereinbarungen und inhaltlichen Ausgestaltungen der Besuche statt.