Kunst- und Kulturküche

Kunst- und Kulturküche, HamburgBündnispflege als Methode

Tobias Großer und Stephan Lorenz vom Ros e. V. sind Projektleiter der Kunst- und Kulturküche in Hamburg. Es ist nicht ihr einziges Projekt bei „Künste öffnen Welten“. Gemeinsam mit ihren beiden Bündnispartnern setzen sie derzeit drei Projekte um. Ihre Erfahrung wird deutlich, wenn sie von ihren Projekten und dem Bündnis sprechen.

Begeistert sind sie von der Zusammenarbeit mit dem Jukz, in dessen Räumen die Projekte stattfinden. Viele Jugendliche der offenen Jugendarbeit des Jukz sehen die Spuren der Projekte und das weckt Neugierde und Interesse bei ihnen. Unkompliziert und fast selbstverständlich arbeiten Tobias Großer und Stephan Lorenz mit dem Jukz zusammen.

Schwieriger sei es schon mit der Schule und den Lehrern/-innen. Wobei dies strukturell bedingt sei. „Wir haben viele Schulen in Hamburg erlebt und der Alltag ist immer von viel Arbeit geprägt“, erzählt Tobias Großer. Der Druck und die zeitliche Taktung in den Klassen sind sehr hoch. Die beiden Projektleiter haben das Gefühl, dass alles im 5-Minuten-Takt abläuft. Stephan Lorenz unterstreicht: „Wir haben gemerkt, dass die Lehrer sehr viel Arbeit haben und dass wir mit unserem Ansatz ‚Kunst in sozialen Feldern‘ mehr Zeit beanspruchen, als vorhanden ist.“ Mehr Zeit für das Projekt Kunst-und Kulturküche haben sie in den sogenannten Internationalen Vorbereitungsklassengefunden. In diesen Klassen sind die Schüler/-innen noch nicht lange in Deutschland und sprechen oft noch kein Deutsch. Hier haben die Lehrer und Lehrerinnen mehr Spielräume.Kunst- und Kulturküche, Hamburg

Tobias Großer und Stephan Lorenz wissen um die Wichtigkeit der Kommunikation mit der Schule. „Die Projekte sind ein erweiterter Raum, in denen auf einer anderen Ebene mit den Schülern gearbeitet wird.“ In einem vorherigen Projekt gab es die Rückmeldung, dass sich der Klassenzusammenhalt verbessert habe. Das könnten sich viele Lehrer/-innen zu Nutze machen, finden die beiden. Zuerst ist es aber immer eine zusätzliche, weil programmgewollt außerunterrichtliche, Arbeit für die Schulen. Mit den Lehrern/-innen mit denen sie schon länger zusammenarbeiten, läuft die Kommunikation gut. Aber gerade zu Beginn der Projekte müsste man mehr Zeit haben mit den Lehrern/-innen zu sprechen, kritisiert Tobias Großer. Dann könne eine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen. „Diese Früchte ernten die Lehrer, mit denen wir schon länger zusammenarbeiten“, betont Tobias Großer und lobt: „Die Programmschulung in Frankfurt zur Bündnisarbeit war toll. Wir waren mit zwei Lehrerinnen aus einem Projekt dort. Diese Effekte würden wir gerne ausbauen.“

Einen weiteren Wunsch haben sie. Es wäre toll, wenn die BKJ mehr Angebote zum Thema Bündnispflege machen würden. Ebenso wäre ein verpflichtendes „Grundsteintreffen“ aller Bündnisse wichtig, das durch die BKJ betreut werden sollte.

Solange es aber noch keine strukturelle Bündnispflege im Programm „Künste öffnen Welten“ gibt, kümmern sich Stephan Lorenz und Tobias Großer selber darum: „Der Stand der Dinge ist, dass wir am Entwickeln sind. Wir versuchen einen Filmabend zu machen. Wir wollen alle Interessierten einladen. Die Lehrer und die Pädagogen aus dem Jukz, um die inhaltliche Diskussion der Akteure sinnlicher zu gestalten. Etwas, das auch nach Feierabend funktioniert, um die gemeinsame Ebene zu stärken.“

Kunst- und Kulturküche, Hamburg

Im Projekt „Kunst und Kulturküche“ entsteht durch das Recherchieren von Rezepten, die Suche nach den Nahrungsmitteln, die Zubereitung, die Dokumentation und das gemeinsame Essen ein gemeinsames sinnliches Erlebnis. „Kultur ist ein Prozess und Kochen, als uralte Kulturpraxis, dient als transsprachliche und nonverbale Anregung von Kommunikation in einer Gruppe, die noch keine gemeinsame Sprache hat“, erklärt Tobias Großer. Das Ziel ist natürlich der gemeinsame Weg. Wichtig ist den Projektleitern aber auch die ästhetische Arbeit, die Kunst, die am Ende entsteht. Bei diesem Projekt wird es eine Publikation mit den gesammelten Rezepten sein.

 

Beginn: 18. September 2014
Förderzeitraum: bis 10. August 2016
Fördersumme: 30.020 Euro

Bilder: Ros e. V.