Über das Programm

Konzept

Mit gut 1.000 geförderten Projekten und rund 25.000 beteiligten Kindern und Jugendlichen seit 2013 trägt das Förderprogramm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, dem Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, deutschlandweit zu mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit bei.

Das Förderprogramm der BKJ ermöglicht kulturelle Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche vom Vorschulalter bis 18 Jahre, die bisher keine oder nur sehr wenige Zugänge zu Kunst und Kultur hatten, z. B. weil ihr familiäres Umfeld das nicht ermöglichen kann oder sie strukturell diskriminiert werden. Umgesetzt werden die Projekte von Bündnissen aus Bildungs- und Kulturvereinen, Jugendkunstschulen, Theatern, Bibliotheken, Jugendzentren, lokalen Initiativen, Heimen und Schulen etc. Sie stehen für vielfältige Projekte, die sich mit den Themen der Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen, was ihr Heranwachsen bestimmt, und die Vielfalt der Künste und Jugendkulturen nutzen.

 

Künste öffnen Welten – ermöglicht Kulturelle Bildung

 

Das bedeutet: Mehr kulturelle Bildungsgelegenheiten für Kinder und Jugendliche werden geschaffen, die bisher weniger davon profitieren konnten, dass Künste einzigartige Lernwege und ganz eigene Weltzugänge eröffnen.

 

Künste öffnen Welten – stärkt Kinder und Jugendliche

 

Mit diesem Potenzial erschließen sich Kinder und Jugendliche neue Erfahrungswelten. Sie entdecken individuelle Stärken und entwickeln ihre Persönlichkeit. Sie arbeiten gemeinsam kreativ und empowern sich, indem sie Selbstbestimmung, Engagement und Partizipation erleben.

Die Palette ist breit: Alle kulturellen Ausdrucksformen, alle Organisationen der Kultur-, Jugend- und Bildungsarbeit und alle Formate sind eingebunden. So entstehen Projekte, in denen Begegnungen mit Künsten, mit Kultur(en), mit Spiel und/oder mit Medien möglich ist. Viele der Projekte setzen sich mit Jugend- und Alltagskultur oder mit gesellschaftlichen oder ökologischen Themen auseinander.


 

Künste öffnen Welten – fördert neue Kooperationen

 

Vor Ort entstehen Bildungsbündnisse. Gemeinsam konzipieren die Kooperationspartner kulturelle Bildungsangebote, die niedrigschwellige Zugänge und zugleich intensive Erfahrungen ermöglichen. Mit dem vielfältigen Know-how aus dem kulturellen, pädagogischen und sozialen Bereich werden Projekte entwickelt und umgesetzt. Es geht dabei nicht nur um die Zusammenarbeit von sonst oft voneinander getrennt wirkenden Partner, sondern darum, dass ihre jeweiligen Kompetenzen in den Bündnissen nachhaltig im Sozialraum Wirkung entfalten.

 

Künste öffnen Welten – unterstützt gesellschaftlichen Zusammenhalt

 

Diese Projekte und Bündnisse zeigen und fördern Engagement für das gesellschaftliche Miteinander: Ehrenamtliche werden eingebunden, Themen und Ideen aus dem lokalen Umfeld aufgegriffen und/oder gesellschaftliche Fragestellungen behandelt. Indem sich die Projekte an eine Vielfalt von Teilnehmer*innen wenden, Diversität anerkennen und Kinder und Jugendliche empowern, leisten sie einen Beitrag zu Inklusion.

Hintergrund

„Künste öffnen Welten” heißt das BKJ-Programm innerhalb von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” (Förderkennzeichen 01WQ17102). Nach einer ersten Förderperiode (2013 bis 2017) setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) „Kultur macht stark” fort und fördert es in den Jahren 2018 bis 2022 mit insgesamt 250 Millionen Euro, welche durch 29 Programmpartner vergeben werden.

 

Qualität

Qualität versteht die BKJ nicht als statisch, sondern als dynamisches Wechselspiel von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen.

Als Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung entwickelt die BKJ mit und in ihren Vorhaben – Modellprojekten und Programmen, Fachtagungen und Qualifizierungsmaßnahmen, Expertisen und Publikationen – die Qualität der Kulturellen Bildung weiter und unterstützt die BKJ als erfahrener und fachkompetenter Partner die lokalen Projekte und Bündnispartner durch Beratung, Vernetzung, Qualitätsentwicklung und bundesweiten Fachaustausch.

Qualitätsmaterialien zur Unterstützung der Praxis und des Fachdiskurses aus vielfältigen Reflexionen der BKJ, ihrer Mitglieder und Partner stehen in engem Zusammenhang mit Künste öffnen Welten. Sie beziehen sich auf Kulturelle Bildung, die Kooperation zwischen außerschulischen und schulischen Partnern, die Entwicklung lokaler Bildungslandschaften oder das Thema Inklusion.

Die damit verbundenen Konzepte und Materialien greift Künste öffnen Welten auf und setzt zugleich eigene Qualitätsimpulse.

 

Die Materialien finden sich im Menüpunkt Publikationen.

 

Das Gesamtprogramm „Kultur macht stark”

 

Mit „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” ermöglicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dass kulturelle Bildungsprojekte bundesweit insbesondere diejenigen Kinder und Jugendlichen erreichen, die in Familien mit Risikolagen aufwachsen.

Weitere Informationen unter www.buendnisse-fuer-bildung.de oder in der Broschüre: Broschüre „Kultur macht stark – Stärken entfalten durch kulturelle Bildung!“ des BMBF.

 

Bündnisse vor Ort

Die Vorhaben sind auf lokaler Ebene verankert und werden durch ein Bündnis aus mindestens drei Partnern umgesetzt. Sie bringen ihre jeweiligen fachlichen Kompetenzen und strukturellen Ressourcen ein. Unterschiedliche Felder kooperieren miteinander und vernetzen sich untereinander, z. B. Anbieter Kultureller Bildung mit Trägern der Jugend- und Sozialarbeit, Migrantenselbstorganisationen oder Freiwilligenagenturen, Behinderteneinrichtungen oder Schulen.

 

Kinder und Jugendliche

Diese Vorhaben wenden sich vor allem, aber nicht ausschließlich, an Kinder und Jugendliche, die in sozialen, ökonomischen und/oder kulturellen Risikolagen aufwachsen, von Diskriminierungen betroffen sind und denen dadurch weniger Teilhabe- und Bildungsmöglichkeiten offenstehen.

 

Kulturelle Bildung als inhaltlicher Schwerpunkt

Der inhaltliche Programmschwerpunkt liegt auf der Kulturellen Bildung. Ihr wird besondere Bedeutung beigemessen für gelungene Bildungsprozesse und Integrationserfahrungen. Indem sie an den Interessen der Kinder und Jugendlichen ansetzt, andere – sinnliche, emotionale, haptische – Ansätze bietet, Kreativität und Individualität entfaltet, kann sie Kinder und Jugendliche darin unterstützen, ihre Stärken zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu bilden.

 

Außerunterrichtliche Vorhaben

Gefördert werden Angebote in der Freizeit von Kindern und Jugendlichen, d. h. außerschulische bzw. außerunterrichtliche Vorhaben. Dadurch rücken in den Mittelpunkt non-formale und informelle Bildungsprozesse.

 

Zivilgesellschaft setzt um

Das Programm wird zivilgesellschaftlich konturiert und umgesetzt. Besonders die freien Träger, ehrenamtlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerke jenseits staatlicher Institutionen sind aufgefordert und werden bestärkt, kulturelle Bildungsgelegenheiten zu schaffen. Sie sollen besonders das freiwillige Engagement fördern.

Veranstaltungen

Für spezielle Fragen und zum Fachaustausch unterbreitet die BKJ den Bündnissen Angebote. Folgende Veranstaltungsformate bietet die BKJ für an Künste öffnen Welten Interessierte und für die Bündnispartner der im Programm geförderten Projekte an.

Die einzelnen Termine sind im Menüpunkt Termine zu finden.


Informationsveranstaltungen und Antragsworkshops
Unsere Informationsveranstaltungen wenden sich an Interessierte, bevor oder während sie Projekte für Künste öffnen Welten planen. Die Vermittlung der Grundlagen zum Programm sowie Beratung gehören dazu.

Programmangebote
Bei zweitägigen Veranstaltungen werden Bündnisse in ihrer Kooperation und Projektarbeit unterstützt. Sie dienen dem Transfer von fachlichen und organisatorischen Fragen, die für „Künste öffnen Welten“ wichtig sind. Das Motto ist: „aus der Praxis und in die Praxis“.

 

Fachtagungen
2020 und 2022 findet jeweils eine bundesweite Fachtagung statt, die sich an etwa 100 Bündnisakteure wendet. Die zweitägige Fachtagung reflektiert und diskutiert eine zentrale Fragestellung durch praktische und theoretische Impulse.

Nutzen Sie auch das Veranstaltungsangebot der BKJ und des Feldes Kultureller Bildung, das Sie hier finden.

Netzwerk

  • Die BKJ steht für ein sehr heterogenes Netzwerk Kultureller Bildung, das z. B.
  • alle künstlerischen Sparten von Architektur bis Zirkus,
  • unterschiedliche Einrichtungstypen von öffentlichen Kultureinrichtungen bis freien Vereinsinitiativen oder
  • vielfältige Angebotsformen von festen Kursen bis mobilen Aktionen einschließt.

Entsprechend wichtig ist, dass sich viele Träger Kultureller Bildung am Programm „Künste öffnen Welten” beteiligen und darin einbringen können. Zudem soll dieses Programm dazu beitragen, dass sich Fachpraxis und -diskurs gleichermaßen entwickeln und sich neue Partnerschaften und Allianzen für Kulturelle Bildung finden.

 

Mitgliederbeteiligung


Die Mitglieder der BKJ haben das Programm aktiv konzeptionell konturiert und gestaltet. Sie haben ihre fachlichen Erfahrungen und Kompetenzen eingebracht, vor Ort Ideen und Bedarfe erfragt, die inhaltlichen und strukturellen Schwerpunkte entschieden und mobilisieren nun wiederum ihre Mitglieder, sich um eine Förderung zu bewerben.

Konkrete Partner im Programm „Künste öffnen Welten” unter den BKJ-Mitgliedern sind:

 

Ständige Konferenz der Programmpartner


Mit allen 29 Programmpartnern in „Kultur macht stark“ führt die BKJ einen intensiven fachlichen Austausch. Zu diesen gehören auch zehn Mitglieder der BKJ. Für alle Programmpartner ist eine Ständige Konferenz eingerichtet worden, welche die BKJ koordiniert. Sie ist eine Plattform, auf welcher nicht nur das Programm, sondern die damit verbundenen Fachthemen und Strukturfragen weiterentwickelt werden.

 

Servicestellen „Kultur macht stark” und Akademien der Kulturellen Bildung


Die Servicestellen beraten und koordinieren verbandsübergreifend Kultureinrichtungen und Initiativen, Schulen, Kindertagesstätten, Jugendzentren und andere Interessierte* in ihrer Region, d. h. in ihrem Bundesland. Informationsveranstaltungen, Vernetzung zu anderen Akteur*innen vor Ort sowie individuelle Beratung und Begleitung unterstützen die Akteure der Kulturellen Bildung dabei, sich durch eine erfolgreiche Antragsstellung am Programm „Kultur macht stark“ zu beteiligen.

 

Unterstützungsformate der Qualifizierung, Vernetzung und Beratung


Nachhaltige Entwicklung von Bildungsbündnissen – Prozessbegleitende Qualitätsentwicklung (ProQua) für „Kultur macht stark“

Die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW übernimmt mit dem Projekt ProQua die fachpädagogische Begleitung für „Kultur macht stark“ in der zweiten Förderphase von 2018 bis 2022. ProQua wird qualitätssichernde Maßnahmen für die nachhaltige Entwicklung von Bildungsbündnissen erarbeiten.


ProQua bietet sparten- und verbandsübergreifende Hilfestellung durch Fortbildung zu Themen wie Diversität, digitale Gesellschaft und kommunale Bildungslandschaften an. Das Online-Tool des Qualitätsverbundes wird weiter ausgebaut, um didaktische Materialien bereitzustellen.

Internetseite von ProQua

 

K² – Kulturnetzwerke in Kommunen und Regionen

Im Projekt K² entwickelt die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel am Beispiel von sechs ausgewählten Kommunen bundesweit anschlussfähige Strategien zum Aufbau nachhaltiger Kulturnetzwerke. In einem zweijährigen Analyse- und Beratungsprozess werden multiprofessionelle Teams, bestehend aus kommunaler Verwaltung, Kultureller Bildung und weiteren Partner*innen, in aufeinander aufbauenden Praxisworkshops gemeinsam qualifiziert. Ziel ist es, durch die systematische Vernetzung und den konzeptionellen Austausch die Nachhaltigkeit der Netzwerke vor Ort zu stärken.

Die Kommunen werden von der Freien Universität Berlin in ihren Entwicklungen wissenschaftlich begleitet. Das Projekt ist Teil der Begleitstruktur des Bundesförderprogramms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«, dem Forum Vernetzung, Qualität, Forschung.

Internetseite von K²


Förderlandkarte

Die Förderlandkarte von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gibt Informationen zu allen aktuell laufenden und geplanten Projekten:

  • Titel des lokalen Projekts
  • Format
  • Kulturbereiche
  • Art des Projekts
  • Mindestalter und Höchstalter der Zielgruppe
  • Projektstart und Projektende
  • PLZ, Ort, Bundesland
  • Kontaktperson, Telefon, E-Mail, Webseite

 

Auswahlgremium

Das Auswahlgremium wählt die Projekte für eine Förderung aus. Es ist beauftragt, anhand der Anträge die Bündnisse zu identifizieren, welche fachlich und strukturell die Anforderungen des Programms qualitätsvoll erfüllen.

Dieses Auswahlgremium ist für die Dauer von zunächst drei Jahren vom BKJ-Vorstand berufen. Es arbeitet ehrenamtlich und tritt nach jeder Ausschreibungsrunde zu ein- bis zweitägigen Sitzungen zusammen.

Die Mitglieder des Auswahlgremiums bringen die unterschiedlichen Facetten des Programms „Künste öffnen Welten” miteinander in Dialog.

Sie sind einerseits Experten*innen der Kulturellen Bildung und vertreten unterschiedliche Sparten, Einrichtungstypen und Angebotsformen. Ergänzt wird diese Expertise durch Fachkräfte, welche umfassende Kompetenzen aus dem Bereich der Jugend- und Kulturarbeit, der Sozialarbeit und der Diversität mitbringen. Die Gremiumsmitglieder kennen die unterschiedlichen regionalen Besonderheiten – Land und Stadt, Norden, Osten, Süden und Westen.

 

Mitglieder des Auswahlgremiums

  • Peter Kamp, Vorsitzender des Auswahlgremiums als Mitglied im Vorstand der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V.
  • Sandra Grosset, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Land Brandenburg
  • Ute Handwerg, Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Spiel & Theater e. V.
  • Dr. Andrea Hanke, Dezernat für Soziales, Schule, Gesundheit und Jugend der Stadt Braunschweig
  • Beate Kegler, Universität Hildesheim
  • Matthias Laurisch, Deutsche Bläserjugend
  • Lutz Lienke, Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen (BJKE) e. V., Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Berlin e. V., BDK e. V. Fachverband für Kunstpädagogik
  • Hans Steimle, Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Evangelische Jugendsozialarbeit
  • Fleur Vogel, Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Kunst und Medien NRW e. V.

Projektdatenbank

Alle bewilligten Projekte des Programms Künste öffnen Welten mit den wichtigsten Informationen – Titel, Projektbeginn und Bündnispartner etc. – sind listenartig aufgeführt. Anhand von Freitexteingaben zu z. B. Sparte, Ort oder Titel sowie von Bundesländern und dem Projektbeginn können Projekte gesucht werden. Die Projektdatenbank wird regelmäßig um die neuen Projekte ergänzt.

Einige der Projekte sind mit einem Beitrag unter dem Menüpunkt „Praxisbeispiele“ vertiefend aufgeführt.

Praxisbeispiele

Die Praxisbeispiele zeigen wie das Konzept Künste öffnen Welten durch die Bündnispartner umgesetzt wird. Die dargestellten Projekte sind exemplarisch und zur Veranschaulichung aus allen geförderten Maßnahmen ausgewählt.

Alternativformate

 

Alternative Durchführungsformate – Beispiele für die Praxis:

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine Zeit, welche unter anderem Kinder und Jugendliche und diejenigen, die sich um sie kümmern, vor enorm große Herausforderungen stellt. Vielmehr setzt sie auch Kreativität und Engagement für jene Kinder und Jugendliche frei, die Unterstützung besonders benötigen.

Wir danken allen Bündnissen in „Künste öffnen Welten“, die mit vielfältigen Ideen kulturelle Angebote, Interaktion und pädagogische Begleitung ermöglichen (wollen) – auch in Zeiten des Kontaktverbots.

Wir möchten hier – anonymisierte reale – Beispiele vorstellen, wie es gehen kann und was dabei zu beachten oder weiterzudenken ist. Über weitere Beispiele freuen wir uns – auch für nicht-digitale Ideen!

Stadt-/Wohnungserkundung im Kunstprojekt

In dem bisherigen Projekt setzten sich die Teilnehmer*innen mit der eigenen Altstadt und dem Leerstand an Geschäften auseinander und formulierten durch unterschiedliche Medien wie plastisches Gestalten, Fotografie, kreatives Schreiben oder Film ihre Ideen für die Zukunft der Stadt. Es gilt, ganze Räume oder Läden zu gestalten und dabei die Öffentlichkeit mit daran teilhaben zu lassen.

Die Kunstschule plant nun ein Online-Workshopangebot über soziale Medien (Instagram, facebook , flickr und vimeo), um zur fortführenden kreativen Gestaltung anzuregen. Interessierte werden zudem mit kleinen Materialpaketen beliefert, um mit den notwendigen Utensilien ausgestattet zu sein. Die Erkundung kann sich, sofern es zu Ausgangssperren kommt, auch auf die kreative Auseinandersetzung mit der Wohnung fokussieren. Die Familien werden durch Rund-Mails und über die Sozialen Medien über das Angebot und den Ablauf informiert.

Zirkusprojekt

In dem bisherigen Ferien- und Kursprojekt sollen ältere Jugendliche soziale Kompetenzen als Übungsleiter*innen aufbauen und gleichzeitig alle Kinder und Jugendlichen – mit zusätzlicher Hilfe von Zirkuspädagog*innen – zirzensische, musische, tänzerische Künste als Teil der Bewegungsmotivation kennenlernen.

Das Projekt soll nunmehr in einem virtuellen Rahmen stattfinden, v. a. mit jenen Teilnehmer*innen, die bisher mit dabei waren. Dabei wird ein Lernkonzept entwickelt und umgesetzt, mit denen die Teilnehmer*innen Zirkus zu Hause lernen und umsetzen können. Grundidee sind 20 Circus Activity Units (CUA), die mit den Tools Video, Lernmanagementsystem (LMS moodle) und Captivate realisiert werden.

Ein CUA besteht aus einer Lerneinheit nach dem Grundsatz Vormachen – Erleben – Nachmachen – Reflektieren.

Am Beispiel der Zauberei würde dies so aussehen, dass die Zirkuspädagog*innen zunächst einen Zaubertrick erklären, dann sehen die Teilnehmer*innen, wie der Zaubertrick inszeniert werden könnte. Im Anschluss sollen die Teilnehmer*innen den Trick üben und vor der Familie vorführen.

Dabei werden sie diese Inszenierung filmen und in das LMS moodle hochladen. Dort kann das Ergebnis diskutiert werden und von einem*r Zirkustrainer*in entsprechend kommentiert und der*die Teilnehmer*in gecoached werden. Auf moodle werden die Teilnehmer*innen auch untereinander interagieren. Inhalte sind z. B. auch das Herstellen von Jonglierbällen und Tüchern, das Lernen von jonglieren, kleineren akrobatischen Figuren in der Familie, Zaubertricks etc.

Der Ansatz, dass ältere Jugendliche die Jüngeren anleiten und sie so Verantwortung übernehmen, kann zusätzlich bestehen bleiben. Es könnte eine Austauschplattform für die Älteren entstehen, um sie anzuregen, die Jüngeren durch eigene Videos, z. B. im Sinne von Feedback-Sessions/Fragestunden, zusätzlich zu unterstützen.

Digitales Musikprojekt

Das Ziel ist, junge Menschen für das Crossover von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern. Es wird von den Jugendlichen selbst mittels der Musiksoftware Ableton und unter Einbezug der Naturklänge Musik produziert und die Komposition am Ende aufgeführt.

Die Nutzung eines Computers/Laptops und der Software sind notwendig, damit die Teilnehmer*innen über Microsoft Teams die Tutorials per Video abrufen können. Die Tutor*innen stehen für Fragen zur Verfügung und geben über Live-Stream oder Video neue Impulse und Anregungen. Die produzierten Musik-Samples der Teilnehmer*innen werden ebenfalls über Microsoft Teams in der Cloud geteilt und besprochen. Das Abschlusskonzert wird eine interaktive Teilnahme per Stream oder Podcast sein, bei dem die Kompositionen der Teilnehmer*innen mit einem bekannten Rapper gemeinsam vorgestellt werden. Zudem werden alle Kompositionen in Soundcloud hochgeladen.

Ein Impuls wäre hier, noch mehr Raum für Begegnungen und Austausch zu schaffen. Eventuell ist es möglich, dass in Kleingruppen an Musikstücken gearbeitet wird und sich ein*e Tutor*in digital dazuschalten kann. Das Abrufen von Tutorials, die dann alleine umgesetzt werden oder nur zwischen Tutor*in und einem*r einzelnen Teilnehmer*in besprochen werden, sollte in diese Richtung weiterentwickelt werden.

Jugendkunstschule digital

Das Projektvorhaben „PINX for YOU – eine Kunstschule für Alle“ schafft Kreativangebote, z. B. im Bereich Bildende Kunst. Auf ihrer Webseite haben sie bereits einfache Anleitungen zum Basteln und Malen hochgeladen, die nicht nur die Kreativität fördern, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl:

Bastelanleitung „Ast-Hase“  (Hase aus Stock)

Malanleitung „Alles wird gut“ (Regenbogen malen)

 

Damit daraus ein förderfähiges Format wird, sind folgende Weiterentwicklungen denkbar:

  • Ermöglichen Sie Austausch und Interaktion über online Konferenzen, um gemeinsam zu gestalten oder Ergebnisse und Fortschritte zu teilen. Z. B. bei Zoom können alle Teilnehmende über Kameras an Handy oder Laptop sichtbar gemacht werden. Hier können sie „zeigen“ was sie über die bzw. während Tutorials lernen.
  • Die Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen sollten weiterhin sichtbar z.B. auf der Web- oder Facebook-Seite der Kunstschule präsentiert werden. Fordern Sie aktiv dazu auf, dass Ergebnisse z.B. als Foto eingesendet werden, um sie online auszustellen.
  • Entwickeln Sie vielleicht auch für die „Besucher*innen der entstandenen Galerie“ gemeinsam mit den Kindern Erklärungsformate zu den entstandenen Kunstwerken, ein Suchquiz etc.