Über das Programm

Kurzinformation

  • Das Ziel von „Künste öffnen Welten” ist es, die Bildungschancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen* zu erhöhen.
  • Mit „Künste öffnen Welten” fördert die BKJ Bündnisse, die an „Dritten Lernorten“ außerhalb von, aber auch mit Schule und Kindertagesstätten zusätzliche Projekte und ein Mehr an Kultureller Bildung schaffen. Diese leicht zugänglichen Bildungsangebote sind für Kinder und Jugendliche* vom Vorschulalter bis 18 Jahren, die in familiären Risikolagen aufwachsen.
  • Mit den Projekten etablieren die Bündnispartner die Kooperationspraxis im Sozialraum. Sie bringen ihre unterschiedlichen Kompetenzen zusammen.
  • Die BKJ unterstützt nachhaltige Kooperationen durch Beratung, Qualitätsentwicklung und bundesweiten Fachaustausch.
  • Von 2018 bis 2022 erhält die BKJ dafür in der zweiten Förderphase des BMBF-Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” bis zu 23 Millionen Euro, die sie an die von einer Expertenjury ausgewählten Bündnis-Projekte weiterleitet.

Informationen zu „Künste öffnen Welten” aus Statistik und Evaluation sind in den Faktenblättern und in der Evaluationsbroschüre unter dem Menüpunkt Publikationen zu finden.

Konzept

Künste öffnen Welten – das bedeutet

Mehr kulturelle Bildungsgelegenheiten für Kinder und Jugendliche*, die bisher weniger davon profitieren konnten, dass die Künste einzigartige Lernwege und ganz eigene Weltzugänge eröffnen, werden geschaffen. Mit dem Programm verfolgt die BKJ das Ziel, gerade diejenigen zu erreichen, die nur selten und schwer Zugänge zu Bildung, Kultur und Gesellschaft finden.

Mit einer breiten Palette künstlerischer und kulturpädagogischer Ansätze und dem vielfältigen Know-how aus dem kulturellen, pädagogischen und sozialen Bereich werden Projekte entwickelt und umgesetzt, welche diesen Kindern und Jugendlichen* ganzheitliche Bildung ermöglichen und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

 

Künste öffnen Welten – das ist Kulturelle Bildung

Mit dem einzigartigen Potenzial der Künste erschließen sich Kinder und Jugendliche* neue Lernmethoden und -orte. Sie entdecken individuelle Stärken und werden angeregt Talente zu entwickeln. Sie arbeiten gemeinsam kreativ und entwickeln dabei Lebenskompetenzen wie Selbstbestimmung, Engagement und Eigenmotivation. Alle künstlerischen Sparten, alle Einrichtungstypen und alle Angebotsformen sind eingebunden.

 

Künste öffnen Welten – das sind neue Kooperationen

Die Bildungsbündnisse entstehen vor Ort. Gemeinsam konzipieren die Bündnispartner niedrigschwellige und zugleich mittelfristige kulturelle Bildungsangebote. Es geht dabei nicht nur um die Zusammenarbeit dieser sonst voneinander getrennt wirkenden Partner, sondern darum, dass ihre individuellen Kompetenzen in den Bündnissen Wirkung entfalten und dass die Kooperation nachhaltig wirkt.

 

Künste öffnen Welten – stärkt non-formale Bildung

Die außerschulischen Träger der Kulturellen Bildung bringen methodisch und didaktisch ganz eigene Bildungsqualitäten ein. Sie ergänzen das Angebot von Kita und Schule und die Möglichkeiten der Familien durch individuelle Bildungsansätze, bei denen die Kompetenzentwicklung reflektiert und dokumentiert wird.

 

Künste öffnen Welten – strukturiert kulturelle Bildungsangebote wirkungsvoll

Das Programm der BKJ setzt darauf, dass die lokalen Bündnisse in ihren Projekten verschiedene Module miteinander zu einem schlüssigen Gesamtkonzept kombinieren.

 

Künste öffnen Welten – bietet fachliche Unterstützung

In diesem Prozess begleitet und unterstützt die BKJ als erfahrener und fachkompetenter Partner die lokalen Projekte und Bündnispartner durch Beratung, Vernetzung, Qualitätsentwicklung und bundesweiten Fachaustausch.

Hintergrund

„Künste öffnen Welten” heißt das BKJ-Programm innerhalb von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” (Förderkennzeichen 01WQ17102). Nach einer ersten Förderperiode (2013 bis 2017) setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) „Kultur macht stark” fort und fördert es in den Jahren 2018 bis 2022 mit insgesamt 250 Millionen Euro, welche durch 30 Programmpartner vergeben werden.

„Künste öffnen Welten” verbindet dabei die Kriterien, welche das BMBF für das Gesamtprogramm als Rahmen setzt, mit den Zielen und Inhalten, für welche die BKJ mit ihrem Profil steht.

 

Die Grundlagen von „Künste öffnen Welten”

Im BKJ-Programm „Künste öffnen Welten” spiegeln sich wichtige Themenschwerpunkte und Positionen des Dachverbandes und seiner Mitglieder wieder.

Das BKJ-Konzept der Kulturellen Bildung, wie es z. B. im Qualitätsrahmen „Künste bilden Persönlichkeiten“ (externer Link) niedergelegt ist, wird in den Bündnissen umgesetzt: Bilden mit und in ästhetischen und künstlerischen, in spielerischen und medialen Ausdrucksformen, welches die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt indem es wichtigen Prinzipien der außerschulischen Bildung folgt (Selbstwirksamkeitserfahrungen, Stärken- und Interessenorientierung, Freiwilligkeit …).

Konzepte und Angebote Kultureller Bildung sind dabei offen für alle Kinder und Jugendlichen* – um aber tatsächlich alle zu erreichen, müssen sie inhaltlich und methodisch jeweils individuell auf Bedürfnisse abgestimmt sein.

Ein wichtiger zweiter Aspekt ist, dass kulturelle Bildungspraxis dazu beiträgt, Diversität anzuerkennen, Inklusion umzusetzen und Zusammenhalt zu stärken, wie es in der Positionierung der Fachorganisationen Kultureller Bildung ausgeführt wird. Dies bildet nicht nur die Grundlage für mehr Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit jedes*r Einzelnen*, sondern auch für Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement in unserer Gesellschaft.

Das BKJ-Programm ist im Fachbereich „Kooperationen und Bildungslandschften“ der BKJ verankert: Es geht hierbei darum, Kooperationspraxis zwischen Partnern eines Sozialraums zu etablieren, die ihre unterschiedlichen Kompetenzen zusammenbringen und an „Dritten Lernorten“ außerhalb von, aber auch mit Schule und Kindertagesstätten zusätzliche Projekte und ein Mehr an Kultureller Bildung schaffen. Überall dort, wo Kindern und Jugendlichen* Bildungsangebote unterbreitet werden, sollen die Potenziale Kultureller Bildung genutzt werden.

Alle Akteure sind miteinzubeziehen, die Kinder und Jugendliche* in ihrem Aufwachsen begleiten: Familie und Peers, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Freizeiteinrichtungen und Jugendverbände, politische, diversitätsbewusste und Umweltbildung etc. Es reicht nicht, nur Kindertagesstätten und Schulen Bildungsverantwortung zu übertragen. Träger der Kulturellen Bildung gestalten lokale Bildungslandschaften mit, in welchen die gemeinsame Bildungsverantwortung öffentlicher und freier Träger umgesetzt wird. Handeln in scheinbar getrennten Zuständigkeiten soll überwunden und die Lebenslagen und -wege der Kinder und Jugendlichen* konsequent in den Blick genommen werden.

 

Das Gesamtprogramm „Kultur macht stark”

Mit „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” ermöglicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dass kulturelle Bildungsprojekte bundesweit insbesondere diejenigen Kinder und Jugendlichen* erreichen, die in Familien mit Risikolagen aufwachsen.

Weitere Informationen unter www.buendnisse-fuer-bildung.de oder in der Broschüre: Broschüre „Kultur macht stark – Stärken entfalten durch kulturelle Bildung!“ des BMBF.

 

Bündnisse vor Ort

Die Vorhaben sind auf lokaler Ebene verankert und werden durch ein Bündnis aus mindestens drei Partnern umgesetzt. Sie bringen ihre jeweiligen fachlichen Kompetenzen und strukturellen Ressourcen ein. Unterschiedliche Felder kooperieren miteinander und vernetzen sich untereinander, z. B. Anbieter Kultureller Bildung mit Trägern der Jugend- und Sozialarbeit, Migrantenselbstorganisationen oder Freiwilligenagenturen, Behinderteneinrichtungen oder Schulen.

 

Kinder und Jugendliche*

Diese Vorhaben wenden sich vor allem, aber nicht ausschließlich, an Kinder und Jugendliche*, die in sozialen, ökonomischen und/oder kulturellen Risikolagen aufwachsen und denen dadurch weniger Teilhabe- und Bildungsmöglichkeiten offen stehen.

 

Kulturelle Bildung als inhaltlicher Schwerpunkt

Der inhaltliche Programmschwerpunkt liegt auf der Kulturellen Bildung. Ihr wird besondere Bedeutung beigemessen für gelungene Bildungsprozesse und Integrationserfahrungen. Indem sie an den Stärken der Kinder und Jugendlichen* ansetzt, andere – sinnliche, emotionale, haptische – Ansätze bietet, Kreativität und Individualität entfaltet, kann sie Kinder und Jugendliche* darin unterstützen, ihre Kompetenzen zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu bilden.

 

Außerunterrichtliche Vorhaben

Gefördert werden außerschulische bzw. außerunterrichtliche Vorhaben – ob als kurzfristige Maßnahmen oder mittelfristige Projekte. Dadurch rücken in den Mittelpunkt non-formale und informelle Bildungsprozesse.

 

Zivilgesellschaft setzt um

Das Programm wird zivilgesellschaftlich konturiert und umgesetzt. Besonders die freien Träger, ehrenamtlichen Organisationen  und zivilgesellschaftlichen Netzwerke jenseits staatlicher Institutionen sind aufgefordert und werden bestärkt, kulturelle Bildungsgelegenheiten zu schaffen. Sie sollen besonders das freiwillige Engagement fördern.

Netzwerk

Die BKJ steht für ein sehr heterogenes Feld Kultureller Bildung, das z. B.

  • alle künstlerischen Sparten von Architektur bis Zirkus,
  • unterschiedliche Einrichtungstypen von öffentlichen Kultureinrichtungen bis freie Vereinsinitiativen oder
  • vielfältige Angebotsformen von festen Kursen bis mobilen Aktionen einschließt.

Entsprechend wichtig ist, dass sich viele Träger Kultureller Bildung am Programm „Künste öffnen Welten” beteiligen und darin einbringen können. Zudem soll dieses Programm dazu beitragen, dass sich Fachpraxis und -diskurs gleichermaßen entwickeln und sich neue Partnerschaften und Allianzen für Kulturelle Bildung finden.

 

Dialogpartner

Die Mitglieder der BKJ haben das Programm aktiv konzeptionell konturiert und gestaltet. Sie haben ihre fachlichen Erfahrungen und Kompetenzen eingebracht, vor Ort Ideen und Bedarfe erfragt, die inhaltlichen und strukturellen Schwerpunkte entschieden. Nunmehr begleiten und unterstützen sie, indem sie z. B. ihre Mitglieder und Partner beraten oder Informationsveranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der BKJ planen und durchführen. Ihre Rückmeldungen von der lokalen Ebene sind unverzichtbar, wenn es darum geht, die Ausrichtung des BKJ-Programms zu festigen oder anzupassen.

Konkrete Partner im Programm „Künste öffnen Welten” unter den BKJ-Mitgliedern sind:

Weitere Dialogpartner sind:

  • der Deutsche Kulturrat mit der Dialogplattform Kultur bildet
  • der Deutsche Städtetag
  • die Kultusministerkonferenz sowie einzelne Landesministerien und deren Ressorts für Bildung, Jugend und Kultur
  • neben dem zuständigen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Verbände wie der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt oder der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, welche keine eigenen Programme in „Kultur macht stark“ haben und innerhalb ihrer Verbände Kulturelle Bildung (weiter-)entwickeln möchten.

Ständige Konferenz der Programmpartner

Mit allen 30 Programmpartnern in „Kultur macht stark“ führt die BKJ einen intensiven fachlichen Austausch. Zu diesen gehören auch zehn Mitglieder der BKJ. Für alle Programmpartner ist auf Initiative der BKJ eine Ständige Konferenz eingerichtet worden. Sie ist eine Plattform, auf welcher nicht nur das Programm, sondern die damit verbundenen Fachthemen und Strukturfragen weiterentwickelt werden.

Servicestellen „Kultur macht stark” und Akademien der Kulturellen Bildung

Die Servicestellen beraten und koordinieren verbandsübergreifend Kultureinrichtungen und Initiativen, Schulen, Kindertagesstätten, Jugendzentren und andere Interessierte* in ihrer Region. Informationsveranstaltungen, Vernetzung zu anderen Akteur*innen vor Ort sowie individuelle Beratung und Begleitung unterstützen die Akteure der Kulturellen Bildung der Region dabei, sich durch eine erfolgreiche Antragsstellung am Programm „Kultur macht stark“ zu beteiligen. Sie bieten auch Qualifizierung an.

Die Akademien der Kulturellen Bildung in Remscheid und Wolfenbüttel bieten lokalen Bündnisakteuren und Kommunen Unterstützungsformate der Qualifizierung, Vernetzung und Beratung an.

Jury

Die Jury ist das Gremium, welches die Projekte für eine Förderung auswählt. Es ist beauftragt, anhand der Anträge die Bündnisse zu identifizieren, welche fachlich und strukturell die Anforderungen des Programms qualitätsvoll erfüllen.

Dieses Auswahlgremium ist für die Dauer von zunächst drei Jahren vom BKJ-Vorstand berufen. Es arbeitet ehrenamtlich und tritt nach jeder Ausschreibungsrunde zu ein- bis zweitägigen Sitzungen zusammen.

Die Mitglieder der Jury bringen die unterschiedlichen Facetten des Programms „Künste öffnen Welten” miteinander in den Dialog.

Sie sind einerseits Experten*innen der Kulturellen Bildung und vertreten unterschiedliche Sparten, Einrichtungstypen und Angebotsformen. Ergänzt wird diese Expertise durch Fachkräfte, welche umfassende Kompetenzen aus dem Bereich der Jugend- und Kulturarbeit, der Sozialarbeit und der Diversität mitbringen. Die Jurymitglieder kennen die unterschiedlichen regionalen Besonderheiten – Land und Stadt, Norden, Osten, Süden und Westen.

 

Mitglieder der Jury

Die Jury wird aktuell berufen. Eine Veröffentlichung der Mitglieder erfolgt bis Februar 2018.