Präsenzveranstaltungen und Corona

Beachtung von Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln

Stand: 03. Juni 2020

 

Die Bündnisse für Bildung innerhalb von „Künste öffnen Welten“ sind aufgefordert, die jeweils vor Ort geltenden aktuellen und offiziellen Regelungen zur Durchführung von (kultur-)pädagogischen Angeboten umzusetzen. Diese können sich in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder verändern. Daher erhebt dieser Stichwortkatalog weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Aktualität, sondern weist Bündnisse darauf hin, zu welchen Themenfeldern sie sich kundig machen und Regelungen beachten bzw. treffen sollten. Wir empfehlen, sich im Zweifelsfall vor Ort an entsprechende Stellen (z. B. Gesundheits- oder Ordnungsämter) zu wenden.

 

Information der Teilnehmer*innen und Eltern zu Vorschriften
Elternbriefe und/oder vorherige Ansprache der Teilnehmer*innen sind ggf. sinnvoll und vielfach wichtig, um Sorgen zu nehmen und allen genügend Zeit zu geben, um mit den neuen Handhabungen vertraut zu werden und ggf. auf Rückfragen einzugehen. Vielleicht ist es auch sinnvoll, sich unter den veränderten Bedingungen nochmals die Teilnahme durch die Eltern bestätigen zu lassen. Zusätzlich raten wir dazu, dass am Anfang des Kurses eine mündliche Einführung bzw. Erinnerung in die Abstands- und Hygieneregelungen erfolgt.

 

Anzahl der Teilnehmer*innen

Die mögliche Anzahl an Teilnehmer*innen ergibt sich zum einen aus der Raumgröße (siehe unten) oder – sofern Sie im Freien arbeiten – aus den Bestimmungen vor Ort, wie groß Gruppen sein können, die gemeinsam arbeiten. Bezugspunkte können z. B. Freizeitaktivitäten, Jugendarbeit oder Sportvereine sein. Manchmal haben auch die Einrichtungen, in denen Sie arbeiten, maximale Zahlen definiert. Bitte beziehen Sie die verschiedenen Komponenten ein, wenn Sie die Gruppengröße entscheiden bzw. planen.

 

Raumgrößen und Platz pro Person

Wir empfehlen anhand der Raumgröße zu berechnen, wie viele Teilnehmer*innen (plus Workshopleitung) maximal in einen Raum passen. In den Bundesländern bzw. vor Ort wird dazu i. d. R. festgelegt, wie viele Quadratmeter pro Person mindestens gewährleistet sein müssen. Sie können auch umgekehrt berechnen, wie groß der Veranstaltungsraum mindestens sein muss, um die von Ihnen angestrebte Teilnehmer*innen-Zahl zu fassen. Bitte beachten Sie in jedem Fall, dass die Gruppen insgesamt nicht größer sein dürfen als erlaubt (siehe oben) – auch wenn der Raum ggf. mehr fasst.

Achten Sie zudem auf eine durchweg gute Lüftung geschlossener Räume: ausgiebig vor Betreten aber auch während des Angebotes regelmäßig (z. B. ein Mal pro Stunde für mehrere Minuten).

Da die Regelungen zu Umkleideräumen oft komplex sind bzw. auch dazu führen, dass diese geschlossen bleiben, empfehlen wir, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst bereits umgezogen zu den Angeboten erscheinen. Klären Sie dies mit der jeweiligen Einrichtung und anhand der Bestimmungen vor Ort.

 

Abstand unter den Beteiligten

Generell ist darauf zu achten, dass alle Teilnehmer*innen den Mindestabstand zueinander und zu Erwachsenen haben (aktuell i. d. R. 1,5 m). Dieser kann durch Markierungen am Boden oder ggf. feste Sitzplätze gekennzeichnet sein – bei bewegungsorientierten Angeboten oder Angeboten im Freien empfiehlt es sich, den Abstand spielerisch zu trainieren.

Eltern und Freund*innen sollten Gebäude möglichst nicht betreten, um die Anzahl an Menschen im geschlossenen Raum niedrig zu halten. Die Kinder und Jugendlichen sollten Gebäude daher eigenständig betreten oder ggf. von der betreuenden Person am Eingang in Empfang genommen werden. Bitte achten Sie besonders beim Wechsel von Gruppen darauf, dass ausreichend „Pause“ einberechnet wird, um die eine Teilgruppe zu verabschieden und die zweite zu begrüßen.

Es gibt für einzelne künstlerische Sparten und Bewegungsformen z. T. zusätzliche Empfehlungen: Bei Aktivitäten wie Singen oder Blasmusik sowie bei vielen Sportarten muss der Abstand beispielsweise erhöht werden. Wenn es der Raum zulässt, kann das Aufstellen von Schutzwänden (Moderationswänden o. ä.) sinnvoll sein, sofern es die kulturpädagogische Arbeit nicht verunmöglicht. Bitte prüfen Sie hier entsprechend Ihrem Angebot, welche Maßnahmen Sie zum Schutz aller Beteiligten ergreifen müssen.

 

Mund-Nasen-Schutz

In den meisten Bundesländern gibt es aktuell eine Vorschrift zum Tragen einer Alltagsmaske für Kinder ab sechs Jahren (v. a. im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf). Dies trifft in vielen Orten auch in öffentlichen und Schulgebäuden zu – nicht immer aber während des Unterrichts.

Klären Sie also bitte, bis zu welchem Punkt (z. B. Betreten des Gebäudes oder Raumes) eine Alltagsmaske notwendig ist und wann sie abgenommen werden kann, z. B. wenn sich die Teilnehmer*innen der Kleingruppe an einem (Arbeits-)Platz bzw. im Arbeitsraum länger aufhalten.

Eine besondere Verantwortung kommt hier auch der Kursleitung zu, die sich und Teilnehmer*innen schützen sollte (z. B. durch eine Maske), wenn im Zuge von Erklärungen der Mindestabstand nicht durchgängig gegeben sein kann.

 

Hygienerituale und -unterstützung

Es ist hilfreich, allgemein gültige Empfehlungen zur Hygiene anzuwenden, z. B. dass sich Teilnehmer*innen vor Beginn des Angebots (einzeln) 20 bis 30 Sekunden lang die Hände mit Seife waschen. Bitte prüfen Sie, ob Sie Handtücher in Papierform, Feuchttücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen können. In Teilen sind diese obligatorisch und sollten z. B. in Aufenthaltsräumen, auf den Toiletten und am Eingang bereitstehen. Denken Sie ggf. auch an Mülleimer (mit Deckel) und Mülltüten zur Entsorgung. Beachten Sie die Fragen der Hygiene, auch wenn Sie im Freien arbeiten.

 

Desinfektion von Materialien und Regeln zur Materialnutzung

Bitte beachten Sie, dass es z. T. umfangreiche Vorschriften zur Desinfektion vor der Nutzung von Materialien gibt (z. B. Tische, Stühle, Technik und Verbrauchsmaterialien mit Desinfektions-Reiniger, Textilien mit 60 Grad-Wäschen etc.). Reduzieren Sie daher den Einsatz von Materialien auf das Nötigste. Wenn möglich, sollte Material nicht geteilt werden, sondern von den Teilnehmer*innen selbstständig mitgebracht und wieder mitgenommen werden. Sie können eine Checkliste für Anleiter*innen bzw. Betreuer*innen entwerfen, um die Reinigung der Materialien und Oberflächen zu dokumentieren.

Auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken, Toiletten und Waschbecken ist an vielen Standorten geregelt. Tür- oder Fenstergriffe sollten zudem vor allem durch die betreuende Person betätigt werden.

 

Essen und Trinken

An der Verpflegungspauschale halten wir als BKJ fest, da die Teilnehmer*innen nicht hungrig oder durstig sein sollen. Bitte beachten Sie, dass das Essen und Trinken eine besondere Herausforderung ist, v. a. wenn es gemeinsam erfolgen soll. Prüfen Sie, inwieweit diese Gemeinsamkeit offiziell erlaubt ist. Sollte es formal möglich sein, gemeinsam zu essen: Diskutieren Sie, inwieweit diese Gemeinsamkeit notwendig ist und wie Sie hier Hygieneregeln einhalten können.

Um den Regeln zu entsprechen bzw. eine Übertragung zu vermeiden, sollte v. a. geprüft werden, inwieweit abgepackte Speisen und Getränke genutzt werden können (z. B. einzelne Wasserflaschen oder Müsliriegel), inwieweit Einwegbesteck/-geschirr oder die Desinfektion von Mehrweg möglich sind und welche Caterer aktuell Angebote unterbreiten (z. B. Lieferservice).

 

Krankheitssymptome und Infektionsketten

In den allermeisten Fällen sehen die Regelungen in den Bundesländern bzw. vor Ort vor, dass Kontaktdaten von Teilnehmer*innen/Besucher*innen zu sammeln sind, um Infektionsketten nachverfolgen und stoppen zu können. Bitte überlegen Sie, in welcher Form Sie dies gewährleisten und welche Informationen Sie den Eltern/Teilnehmer*innen bezüglich des Umgangs mit den Daten geben. Kontaktdaten zu den Eltern bzw. Teilnehmer*innen ermöglichen es, diese frühzeitig über Ansteckungsfälle zu benachrichtigen. Deshalb ist es empfehlenswert, Kontaktdaten zur Verfügung zu haben.

Bitte erläutern Sie den Teilnehmer*innen, Eltern und Honorarkräften, dass Menschen mit Krankheitssymptomen auf jeden Fall von den Angeboten ausgeschlossen sind.

Bei Kontakt zu einer Person mit einer Covid-19-Erkrankung sollten sich die Betroffenen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Das zuständige Gesundheitsamt kann über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) hier ermittelt werden.

 

Material zur Aufklärung von Abstands- und Hygieneregeln für Kinder
Medien für Bildungseinrichtungen / Kinder von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

 

Zur Information:

Offizielle Informationen für Schulen und Kindergärten zum Umgang mit Coronavirus vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn

Maßnahmen zur Prävention einer SARS-CoV-2 Infektion bei Kindern mit besonderem Bedarf bei der Betreuung in Gemeinschaftseinrichtungen (GE) von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

 

Weitere Quellen:

Zusammen gegen Corona – Informationen für Familien vom Bundesministerium für Gesundheit

Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Hinweise zum neuartigen Coronavirus (SARS-COV-2) und COVID-19 für Bildungseinrichtungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Rahmen-Hygieneplan für Schulen und sonstige Ausbildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen